Nichts ist ehrlicher als die eigene Erfahrung
21. April 2009 - 6:51 — h.asam
Die ersten beiden Etappen zum Warmlaufen liegen nun hinter uns, die längste Etappe mit 80 Kilomerten vor uns. Zuerst ein Gerücht, dann die Bestätigung und angespannte Nervosität: Um insgesamt aufgrund der ersten ausgefallenen Etappe auf über 200 Kilometer Gesamtdistanz zu kommen, verlängert sie sich um 11 auf 91 Kilometer. Diese Distanz ist mit dem Rad, oder wie ich von den Schweizern lernte, mit dem Velo schon sehr weit, zu Fuß in der Wüste über Stock und Stein mit Gepäck extrem weit. Entscheidend wird die Taktik sein: Ist Angriff die richtige Strategie, laufen soweit die Füße tragen oder die Strecke mit Pausen in Teilstücke aufteilen?
Da die besten 50 des Gesamtklassements erst gut zwei Stunden nach uns starteten und das Gros eher verhalten anging, fand ich mich bald schon auf Platz vier und genoss dieses herrliche Gefühl in vollen Zügen. Der Motivationsschub half auch über ein matschiges Flussbett und die dahinter liegende, ewig lang scheinende Gerade bis zum Checkpoint 1. Der dahinter liegende Hügel wurde problemlos überquert, doch dann zog es sich zu Checkpoint 2 hin. Von da aus blies uns ein starker Gegenwind ins Gesicht, der uns zum Windschatten-Gehen zwang. Hier traf ich auch wieder auf Josef, den zweiten Wüstenfuchs und wir wechselten uns in der Führung ab. Hinter Checkpoint 3 öffnete sich uns eine herrliche Savanne, die sich scheinbar bis zum Horizont erstreckte. Wildesel betrachteten uns skeptisch und für die Szenerie fehlten nur noch Löwen, Zebras und Giraffen. Nach Checkpoint 4 folgte der anspruchsvollste Teil der Etappe: zuerst Dünen, die sich wie Wellen vor uns auftürmten, und dann ein Berg. Oben angekommen genossen wir eine sagenhafte Aussicht, die nach einem soften Abstieg bis zu den nächsten Dünen reichte. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kamen wir bei Checkpoint 5 an. Hier wechselte ich von den X-SOCKS Speed Metal Energizer auf Run Evolution. Den Luxus eines frischen, zweiten Paares gönnte ich mir, auch wenn das mehr Gewicht bedeutete. Erstere schätzte ich wegen ihrer graduellen Kompression und des Xitanits, das wie das Fennec Running Shirt nicht nur die Sonnenstrahlen reflektiert, sondern auch überschüssige Körperwärme nach außen ableitet. Letztere wegen ihrer Doppelstrumpf-Technologie, die mich aufgrund der Etappenlänge vor Blasen schützen sollte. Apropos Schutz: Einfach genial, wie viel Schutz X-SOCKS den Läufern mit ihren patentierten Lösungen bietet. Dazu noch zwei Jahre Garantie. Allerdings waren die Socken selbst nach diesem Extremlauf in einem 1A Zustand, so dass wahrscheinlich erst nach vier Jahren neue gekauft werden müssen.
Den Weg zu Checkpoint 6 wies schon von weitem ein in den Himmel gerichteter Laserstrahl, der uns magisch anzog. Schade, dass wir nichts von der Oase, die wir passierten sahen, auch wenn sich in der klaren Nacht über uns der schönste Sternenhimmel zeigte. Die letzten Kilometer und völlig unspektakulär vor uns der Zielbogen. Zusammen liefen wir Wüstenfüchse über die Ziellinie. Die Ergebnisliste dieser Etappe hatte keinen Platz 76, dafür zweimal 75…
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Your X-BIONIC / X-SOCKS Team
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